Unter dem Begriff Biomasse versteht man alle organischen Stoffe biologischer Art, wie zum Beispiel Holz, Pflanzen, Rinde, usw. Sie umfasst also in der Natur lebende und wachsende Materie und die daraus resultierenden Abfallstoffe, sowohl von lebenden als auch schon abgestorbenen organischen Stoffen.

VorteilE gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern

Biomasse ist in Österreich in großen Mengen vorhanden und auch durch große Lagerhallen über längere Zeit verfügbar. Es entfallen lange Transportwege und man ist vom Ausland praktisch unabhängig. Einer der größten Vorteile von Energie aus Biomasse ist, dass sie vollkommen unabhängig von Wettereinflüssen ist und als einziger Energieträger in gespeicherter Form vorliegt.

Vorteile für die Umwelt

Bei der Verbrennung von Holz wird nur jene Menge an CO2 frei, welche die Pflanze in ihrer „Lebenszeit“ über Photosynthese aus der Luft entnommen hat. Im Gegensatz dazu werden bei der Verbrennung von 1 m³ Erdgas 2 kg CO2, bei der Verbrennung von 1 Liter Heizöl 2,8 kg CO2 zusätzlich in die Atmosphäre abgegeben.
Bei modernen Biomasseanlagen werden die Schadstoffemissionen durch entsprechende Filteranlagen stark reduziert.

Biomasse in Vorarlberg

Biomassekraftwerke in Vorarlberg liefern hauptsächlich Energie zur Raumwärme. Einzelne Kraftwerke erzeugen als Kraft-Wärmekopplung auch Strom.

in Zahlen (stand 2014)

110 Biomasse-Anlagen
246 GWh Wärme pro Jahr

4 Biomasse-KWK-Anlagen
22 GWh Strom und  45 GWh Wärme pro Jahr

23 Biogasanlagen
16 GWh Strom, 9,7 GWh Wärme und 14 GWh Biomethan pro Jahr

(Quelle: Biomasseverband Vorarlberg)

Biomasse-Potenzial in Österreich:

Jede Sekunde wächst im österreichischen Wald ca. 1 m³ Holz nach. Vom gesamten Holzzuwachs werden derzeit nur etwa 70 % genutzt. Ein Teil von Biomasse geht durch topographische Formationen wie zum Beispiel Steilhänge oder Schutzwälder und durch die Nahrungs- und Futtermittelproduktion der energetischen Nutzung verloren.

In Vorarlberg gibt es 97.000 ha Wald – das entspricht etwa 37% der Fläche; davon sind ca. 75.000 ha Wald bewirtschaftete Flächen. Jedes Jahr wachsen in Vorarlberg 420.000 Festmeter (fm) Holz nach (1 fm = 1 m³ Holz); von diesen 420.000 fm sind 140.000 fm Brennholz. Ein Einfamilienhaus benötigt mit einer modernen Holzfeuerungsanlage und optimaler Dämmung nur noch 4 fm Holz im Jahr.


Stückholz – Pellets – Waldhackgut – Biogas – Planzenöle

Stückholzfeuerung:

Dabei handelt es sich um kleinere Öfen, Kachel-, Kaminöfen  oder Stückholzkessel für Zentralheizungen. Die Holzzuführung erfolgt händisch. Die Wärmeleistung liegt zwischen 5 und 200 kW.

Hackgut-Kleinfeuerungen:

Hackgutfeuerungen funktionieren vollautomatisch; sowohl Zündung als auch Brennstoffzufuhr. Die Anlagen sind technisch sehr ausgereift, jedoch besteht die Gefahr, dass die Anlage durch Fremdkörper wie z. B.  Steine oder Metallteile beschädigt werden kann.

Pelletsfeuerungen:

Holzoellets sind kleine, zylinderförmige Holzstücke, die meist regional aus Sägespänen und Holzresten gepresst werden. Sie haben einige Vorteile gegenüber Holzhackgut: z. B. einen geringeren Wassergehalt (ca. 5%), gleich bleibende Qualität und einfache Zustellung. Für ein Einfamilienhaus beträgt der Platzbedarf ca. 10 bis 15 m³ (entspricht etwa einem Lagerraum für Heizöl). Nachteil: Ihr Manko: Die nötigen Heizkessel sind teuer und heizen noch nicht effizient genug. STIFTUNG WARENTEST zeigt die besten Modelle.

Biogas:

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergärung von Biomasse jeder Art entsteht. Es wird in Biogasanlagen hergestellt, wozu sowohl Abfälle als auch nachwachsende Rohstoffe vergoren werden.

Das Gas kann zur Erzeugung von elektrischer Energie, zum Betrieb von Fahrzeugen oder zur Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz eingesetzt werden. Für die Verwertung von Biogas ist der Methananteil am wichtigsten, da seine Verbrennung Energie freisetzt.

Pflanzenöl:

Pflanzenöle werden durch Auspressen und Extrahieren von Ölfrüchten und -saaten gewonnen. Pflanzenöle zählen als Biokraftstoffe zu den erneuerbaren Energieträgern. Der Vorteil gegenüber anderen Biokraftstoffen liegt in dem geringen Herstellungsaufwand. Die energie- und kostenintensive Umwandlung fällt weg – der Treibstoff wird allein durch das Auspressen der Saatkörner gewonnen. Allerdings lassen Studien problematische Abgaswerte vermuten.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Österreichischen Biomasseverband.