Biomasse
Biomasse – eine Form von erneuerbarer Energie
Was versteht man unter dem Begriff Biomasse?
Unter dem Begriff Biomasse versteht man alle organischen Stoffe biologischer Art, wie zum Beispiel Holz, Pflanzen, Rinde, usw. Sie umfasst also in der Natur lebende und wachsende Materie und die daraus resultierenden Abfallstoffe, sowohl von lebenden als auch schon abgestorbenen organischen Stoffen.
Was ist der Vorteil von Biomasse gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern?
Im Unterschied zu einigen anderen erneuerbaren Energieträger ist
Biomasse in Österreich in großen Mengen vorhanden und auch durch große
Lagerhallen über längere Zeit verfügbar. In Österreich entfallen lange
Transportwege und man ist vom Ausland praktisch unabhängig. Biomasse
hat gegenüber anderen erneuerbaren Energien den Vorteil, dass sie
vollkommen unabhängig von Wettereinflüssen ist. www.biomasse-info.net
Situation in Vorarlberg
Biomassekraftwerke in Vorarlberg liefern hauptsächlich Energie zur
Raumwärme. Einzelne Kraftwerke erzeugen als Kraft-Wärmekopplung auch
Strom. In Vorarlberg wird Holz für die Beheizung von Wohnungen in der
kalten Jahreszeit verwendet. In Vorarlberg steigt die Nachfrage bei
Holz wieder! Besonders Hackschnitzel. Rinde, Industrie- und Waldhackgut
sind im Land in ausreichendem Maße vorhanden. In Vorarlberg gibt es
derzeit schon über 50 größere Biomasse-Anlagen; das Potenzial wäre aber
viel größer.
Einige Daten für Vorarlberg
In Vorarlberg gibt es 92.000 ha Wald - das entspricht 36% der
Fläche; davon sind ca. 75.000 ha Wald bewirtschaftete Flächen. Jedes
Jahr wachsen in Vorarlberg 420.000 Festmeter (fm) Holz nach (1 fm = 1
m³ Holz); von diesen 420.000 fm sind 140.000 fm Brennholz. Ein
Einfamilienhaus benötigt mit einer modernen Holzfeuerungsanlage und
optimaler Dämmung nur noch 4 fm Holz.
Biomasse-Potenzial in Österreich:
Jede Sekunde wächst im österreichischen Wald ca. 1 m³ Holz nach. Vom
gesamten Holzzuwachs werden derzeit nur etwa 60 % genutzt. Ein Teil von
Biomasse geht durch topographische Formationen wie zum Beispiel
Steilhänge oder Schutzwälder und durch die Nahrungs- und
Futtermittelproduktion der energetischen Nutzung verloren.
In Österreich beträgt der jährliche Energieverbrauch ca. 1200 PJ
(Petajoule). Bis zum Jahr 2005 rechnet man mit einem nutzbaren
Potenzial bei Biomasse in der Höhe von ca. 210 PJ (= ca. 16% des
Energiebedarfs).
Vorteile für die Umwelt:
Bei der Verbrennung von Holz wird nur jene Menge an CO2 frei, welche die Pflanze in ihrer „Lebenszeit“ über Photosynthese aus der Luft entnommen hat. Im Gegensatz dazu werden bei der Verbrennung von 1 m³ Erdgas 2 kg CO2, bei der Verbrennung von 1 Liter Heizöl 2,8 kg CO2 zusätzlich in die Atmosphäre abgegeben.
Bei modernen Biomasseanlagen werden die Schadstoffemissionen durch entsprechende Filteranlagen stark reduziert.